Wohl gab es früher in der Stadt Zug etliche Originale, die tagtäglich in den Gassen und Strassen zu sehen waren. So etwa der näselnde Herr Maier oder der Küsschen verteilende Pelikan. Allen voran war jedoch Franz Weber alias Franzeli Ochsebei , durch seinen Witz und seine Schlagfertigkeit bekannt. Später folgte noch der Stadtausrufer Alfred Hirschi und Hasenbühl Utiger.


Seither ist es in Zug um Originale still geworden, obwohl eigentlich jeder Mensch als Dorforiginal geboren wird.

Das Zuger Original "Ochsebei"

So wie es  früher offiziell hiess, ist „Jüngling Franz Weber am 11.Januar 1939 im Alter von 77 Jahren gestorben. Seine drollige und mollige Figur, sein ungekünsteltes  Lächeln, das er in allen Lebenslagen zur Schau trug, sowie sein Tragkorb als ständiger Begleiter machten ihn zu einem Kaum wegzudenkenden Stadtbild während gut dreier Jahrzehnte  zu Beginn des letzten  Jahrhunderts. Er war eine Frohnatur originellster Art und verkehrte per du höflich, aber in stets gleich unbekümmerten Ton mit Hoch und Nieder und Arm und Reich . Sein selten gutes Gedächtnis verhalf ihm zu den ergiebigsten Namenstags, Neujahrs  oder Geburtstagsfest und Wahlgratulationen. Ob er allerdings einige Tage zu früh oder zu spät kam , spielte keine Rolle. Beim Dank war er bescheiden, ein grosser Most genügte Ihm.

Woher der Übername Ochsebei ?

Die einzige schmerzliche Passion war vielleicht sein Übername Franzeli Ochsebei. Sein Vater war nach 1840 ein heftiger Befürworter des radikalen Berner Freischarenführers Ulrich Ochsenbein war, welcher  1848 zum Bundesrat gewählt wurde.  Dessen Ideen waren in Zug offenbar nicht sehr geschätzt. So erhielt der Vater Weber den Spottnamen Ochsebei. Dieser Übername übertrug sich auch auf seinen Sohn, so dass Franz für die „Sünden seines Vaters“ büssen musste.

Ob sich in Zug je wieder ein echtes Original entwickeln und die Bevölkerung mit treffendem Humor bereichern wird, ist wohl eine Frage der Zeit. Aber manchmal fragen wir uns: Kann die hektische Arbeitswelt noch freie unabhängige Menschen eben Originale hervorbringen? Mal sehen, was daraus wird.

Zur Person

Franz Josef Weber war der Sohn des Uhrmachers Weber, der das heute im Besitze von Walter Weiss alt Sakristan, stehendes Haus innehatte und in bewegter sonderbunds-politischer Zeit viel von sich reden machte. Franz besuchte die Primarschulen von Zug, ohne jedoch einen Beruf zu erlernen. Er verrichtete vorerst viele untergeordnete  Arbeiten, worauf er sich nach dem Tode seines Vaters um eine Pfründe im Bürgerspital (Kantonsspital Zug) bewarb. Als Pfründer besorgte er Botengänge des Spitals. Mit Franzeli Ochsebei ist vor 90 Jahren eine Persönlichkeit mit grosser Originalität aus dem Zuger Stadtbild geschieden.

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